„Auld Reekie“, so wurde Edinburgh lange Zeit von ihren Einwohnern genannt und bis heute hat sich dieser Spitzname gehalten. Doch der Smog der damaligen Industriestadt ist längst verflogen und Edinburgh ist eine moderne und lebendige Stadt mit einem allgegenwärtigen historischen Erbe. Vom ersten Moment in dieser Stadt hat man keine andere Chance, als sie einfach wunderschön zu finden. Mit ihrer urigen und märchenhaften Old Town, der georgianischen New Town und dem maritimen Küstenort Leith vereint die Stadt unterschiedlichste Stadtteile und bringt sie in ein harmonisches Zusammenspiel. Und auch Naturliebhaber fühlen sich in Edinburgh nicht vernachlässigt, denn die schottische Hauptstadt ist wunderbar grün. Kurzgesagt: Edinburgh ist charmant und so richtig schön schottisch.


Hier erfahrt ihr meine persönlichen Highlights und Must-Sees für die schottische Hauptstadt:


Edinburgh Castle

Es gibt nur wenige Punkte in der Stadt, von denen aus man Edinburgh Castle nicht bestaunen könnte. Durch seine Lage auf einem der insgesamt drei Vulkanhügel thront das Schloss über den Dächern der Stadt. Schon aus der Ferne ist es toll anzusehen und auch aus der Nähe ist es nicht weniger imposant. Und wer das Schloss aus der Nähe bestaunen oder gegen einen Eintrittspreis besichtigen möchte, der muss (je nach Lage des Hotels) erst einmal einen Aufstieg bestreiten, der es in sich hat. Schließlich muss der Vukanhügel über scheinbar endlose Treppenstufen bestiegen werden. Oben angekommen wird einmal tief durchgeatmet und spätestens beim Anblick des Schlosses, seiner Promenade und der tollen Aussicht über die Stadt ist der etwas mühselige Aufstieg vergessen.

Royal Mile

Von Edinburgh Castle bis zum Scottish Parliament und dem Palace of Holyrood House erstreckt sich die 1,8 km lange Royal Mile, auf der es ziemlich geschäftig zugehen kann. Zu Entdecken gibt es hier auf jeden Fall eine ganze Menge. Startet man am Schloss und läuft die Royal Mile Richtung Osten herunter, so reihen sich zunächst typische Souvenirshops, Restaurants und Pubs aneinander. Aber auch alte Kathedralen, wie die St. Giles Cathedral liegen auf dem Weg. Je weiter man sich vom Schloss entfernt, desto weniger touristisch wird die Royal Mile. Im östlichen Teil der Royal Mile gibt es aber nicht weniger zu entdecken. Hier waren es vor allem die authentischen Pubs und kleinen, charmanten Geschäfte, die mich begeistert haben. Eines der Geschäfte, das wirklich sehenswert ist, ist Royal Mile Whiskies mit seinen über 300 verschiedenen Whiskysorten, die man bestaunen kann.

 

Closes

Die kleinen Gassen, die von der Royal Mile nach Norden und Süden abfallen, waren mein persönliches Highlight auf der königlichen Meile. Die sogenannten Closes erscheinen unscheinbar und man nimmt sie auf den ersten Blick manchmal gar nicht wahr, doch lohnt es sich, die schmalen Gänge zu erforschen. Jede der Closes, die einen ganz eigenen, charakteristischen oder historischen Namen tragen, ist individuell und so manche verbirgt ein wahres Geheimnis. Von Hoteleingängen bis zu urigen Hinterhöfen ist hier alles zu finden. Am Ende einer Close tat sich plötzlich – wie eine andere Welt – ein wunderschöner und riesiger Garten auf, der gepflegt und doch einsam war. Nach ein paar Minuten hatte ich vergessen, dass ich gerade noch auf der quirligen Royal Mile gewesen war, die nur 10 Meter entfernt lag.

Scottish Parliament

Am Ende der Royal Mile angekommen, steht man nicht nur vor dem Holyrood Palace, in dem die Queen einmal jährlich residiert, sondern auch direkt neben dem schottischen Parlamentsgebäude, das noch immer für hitzige Diskussionen sorgt. Mit seiner modernen Architektur passe das 2004 fertiggestellte Parlament nicht in das Stadtbild Edinburghs, heißt es auf der einen Seite. Befürwortern gefällt gerade dieser spannende Kontrast zwischen Historie und Moderne. Ich war zuerst überrascht und hätte diesen Kontrast nicht erwartet, aber mir gefällt er sehr gut. Das Parlament symbolisiert das moderne und internationale, politische Edinburgh wie kein anderer Ort.

Holyrood Park & Arthur’s Seat

Nur ein paar Meter entfernt vom Parlamentsgebäude erstreckt sich der Holyrood Park. Auf diesem zweiten der drei vulkanischen Innenstadthügeln entflieht man dem Stadtleben im Handumdrehen und taucht ein in eine kleinere Version der schottischen Highlands. Holyrood Park bietet sich bestens für aufregende Spaziergänge und zum Wandern an. Festes Schuhwerk ist hier definitiv ein Muss. Das unangefochtene Highlight des Parks ist der Arthur’s Seat. Mit seinen 251 Metern bietet er den wohl besten Blick über Edinburgh und die gesamte Umgebung. Leider war es an dem Tag, den wir uns für den Arthur’s Seat ausgesucht hatten, extrem windig, sodass ein kompletter Aufstieg auf den Berg nicht möglich war. Trotzdem suchten wir uns einen etwas tiefer gelegenen Aussichtspunkt und genossen von dort die ebenfalls traumhafte Aussicht. Alternativ bietet auch der dritte Vulkanhügel, Calton Hill, eine tolle Aussicht und einen leichteren Aufstieg.


Greyfriar’s Bobby

Diese Geschichte geht sicher nicht nur Tierfreunden ans Herz! Dem Terrier Bobby ist am Greyfriar’s Kirkyard nicht nur ein eigenes Denkmal gewidmet, sondern auch ein angrenzender Pub und Kiosk. Verdient hat sich das kleine Kerlchen diese Ehre auf jeden Fall. Denn nach dem Tod seines Herrchens im Jahre 1858, wachte Bobby 14 Jahre lang am Grab seines verstorbenen Herrchens, bis er schließlich selbst starb. Nun liegt er neben seinem Herrchen begraben und wird noch immer als Idol gefeiert. Neben Bobby hat Greyfriar’s Kirkyard aber noch einiges mehr zu bieten. Er ist definitiv einer er eindrucksvollsten Friedhöfe mit einer einzigartigen Atmosphäre. Zudem lockt er besonders viele Fans der Harry Potter-Romane an, da hier unter anderem Grabsteine von Thomas Riddell oder McGonagall zu finden sind. Erfahre hier mehr über die Highlights, die Edinbrgh für Harry Potter Fans zu bieten hat.

New Town

Auch die New Town mit ihrem georgianischen Baustil hat einiges zu bieten. Nördlich der Royal Mile geht es hier wesentlich geschäftiger zu als in der Old Town und man findet hier auch schnell die typischen Shops und Schnellrestaurants, wie Topshop oder McDonalds. Zu den Highlights zählt definitiv das für den 1832 verstorbenen Walter Scott errichtete Scott Monument auf der quirligen Princess Street, sowie die Princess Street Gardens. Wo früher ein See war, der als Abwassergrube genutzt wurde und in dem man nach seiner Trockenlegung vermeintliche Hexen fand,  befindet sich heute eine grüne Oase am Fuße des Schlosses.

Edinburgh bei schlechtem Wetter

Schottland ist bekannt für sein wechselhaftes Wetter. Und natürlich gibt es auch an einem Regentag so einiges, das man in Edinburgh unternehmen kann, allem voran gibt es eine Vielfalt an Museen. Mein persönlicher Tipp ist ein Besuch in der Camera Obscura direkt am Edinburg Castle. Auf sechs Etagen hat man nicht nur einen wunderbaren Ausblick über die Stadt, sondern kann auch an einer camera obscura-Vorführung teilnehmen und sich in den optischen Illusionen auf dem übrigen Etagen verlieren. Spaß für Groß und Klein ist hier garantiert!


Edinburgh ist eine wahre Traumstadt und man fühlt sich hier im Handumdrehen zuhause. Und ich werde auch sicher nochmal wieder vorbeischauen, um Loch Ness und die Highlands zu entdecken, die krankheitsbedingt auf diesem Trip nicht möglich waren. Aber eine zweite Chance für uns wird es sicher geben und zugegebenermaßen ist es auch ein toller Vorwand, um Auld Reekie wiederzusehen.

Jetzt bist du dran! Warst du schon mal in Edinburgh und hast noch weitere Insidertipps? Oder interessiert dich an dieser Stadt etwas ganz besonders? Dann schreib es doch einfach in die Kommentare. Ich freue mich schon! 🙂


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